Sid

Sid saß still da. Dort, wo er sitzen sollte. Seine Schultern bewegte er seitlich von Zeit zu Zeit, drehen tat er sie nie. Sein Blick wäre dann in eine andere Richtung gegangen. Das machte Sid nicht. Er schaute nur in eine Richtung, nach vorne. Mehrere Stunden am Tag saß er so da. Er war dazu verpflichtet, das wurde ihm zu Beginn so erklärt und er hielt sich daran über viele Jahre.
Mit seinen Augen und Ohren verfolgte er das Schauspiel, das sich so dasitzend vor ihm abspielte. In den Pausen, die es gab, in denen seine Verpflichtung da zu sitzen aufgehoben war, ging er herum und schaute sich dabei Dinge genau an, die er nicht sah, während er nach vorne schaute. Lange Zeit hatte er dazu nicht. Dann setzte er sich wieder hin und schaute nach vorne. Es machte ihm nicht viel aus. Seine wachsende Verwunderung über diese absurde Verpflichtung sah ihm niemand an. Er konnte oft miterleben wie Andere ermahnt wurden, diese Verpflichtung einzuhalten. Darüber wunderte er sich ebenfalls doch beeindrucken tat es ihn nicht.
Als die Verpflichtung dazusitzen und nach vorne zu schauen zu Ende war, wurde er herzlich verabschiedet und bekam eine weithin glückliche Zukunft prophezeit. Sid wandte sich von diesen Menschen mitten in ihrem Satz ab. Er ging zu einem Fenster, schaute still hinaus. Ohne noch einmal nach vorne zu schauen ging er nach drausen und fing an zu lachen.



Anmerkung:

Sid ist eine Idee von einem Menschen.

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